Schnee und Eis auf Dächern

Warum ist nicht die Schneehöhe, sondern das Schneegewicht maßgebend?
Pulverschnee ist leichter als Nassschnee und Nassschnee ist leichter als Eis. Der Grund dafür ist,
dass Schnee in seinen verschiedenen Zustandsformen unterschiedlich dicht gelagert und daher
verschieden schwer ist. Das Schneegewicht kann also stark variieren und damit Dächer
unterschiedlich stark belasten.
Beispiele:
• 10 cm frisch gefallener Pulverschnee wiegen etwa 10 kg/m²
• 10 cm Nassschnee kann bis zu 40 kg/m²wiegen.
• Eine 10 cm dicke Eisschicht wiegt bis zu 90 kg/m²

und ist damit fast so schwer wie 10 cm hoch
stehendes Wasser, das 100 kg/m²wiegt.
Die Beispiele zeigen, dass man nicht allein von der Schneehöhe auf das Schneegewicht schließen kann.
Wann kann sich bei einer Schneeauflage auf dem Dach Eis bilden?
Bei einer Schneeauflage auf dem Dach kann es zu Eisbildung kommen, wenn das Dach ungenügend
gedämmt ist oder wenn bestimmte klimatische Bedingungen gegeben sind, z. B. wenn
sich Tau- und Frostperioden abwechseln. Bei Flachdächern besteht infolge defekter, verstopfter
oder zu gering dimensionierter Dachentwässerungseinrichtungen zudem die Ge-fahr, dass
Schmelz- und Regenwasser nicht abfließen kann und sich Wassersäcke bilden können. In diesen
Fällen muss das Dachtragwerk enorme Lasten – sei es als Wasser oder als Eis – aufnehmen.

Wann soll das Dach von einem Fachmann überprüft werden?
Nach einem Winter mit hohen Schneelasten und langer Verweilzeit des Schnees auf dem Dach
empfiehlt es sich, den Zustand des Dachtragwerks von einem Fachmann überprüfen zu lassen.
Dies gilt insbesondere dann, wenn die Dachkonstruktion bereits erkennbare Schäden wie
Verformungen, Risse und lockere Verbindungen aufweist.


Was kann vor Winterbeginn getan werden?
Vor dem Winter kann es ratsam sein, den Zustand des Dachtragwerks zu kontrollieren und
erforderliche Wartungsarbeiten, z. B. Überprüfen der Funktionstüchtigkeit und ggf. Reinigen der
Dachentwässerungseinrichtungen, Kontrolle der Schneefangeinrichtung, durchzuführen.

Quelle: Bayerisches Staatsministerium des Innern Fassung 2006